Microsphere zeigt, wie sich Qualität und Hygiene in der Pharmabranche mit konsequenter Energieeffizienz verbinden lassen. Mit Unterstützung von act senkte das Unternehmen seinen Stromverbrauch um rund 35 Prozent. Heizölverbrauch und CO2-Emissionen gingen um 51 Prozent zurück.
Es ist genau 21 Grad warm, die Luftfeuchtigkeit liegt bei 25 Prozent, und jedes Staubpartikel wäre eines zu viel. Jeder Handgriff erfolgt unter streng hygienischen und klar definierten Bedingungen. Nur so lassen sich höchste Qualitätsanforderungen gewährleisten. Dieses Raumklima dauerhaft aufrechtzuerhalten, braucht viel Energie.
Die Pharma-Dienstleisterin Microsphere in Monteggio im Südtessin zeigt, wie sich der Energieverbrauch konkret und messbar senken lässt und zugleich die Produktionsqualität steigt. Grundlage dafür waren Optimierungen an den Lüftungsanlagen und der technischen Versorgung. Ebenso wichtig war eine Unternehmenskultur, die Zusammenarbeit fördert und Energieeffizienz als gemeinsame Aufgabe versteht. Möglich wurden diese Erfolge durch die Überzeugung und das Engagement von Chief Operating Officer Matteo Berlusconi und Technical & Energy Manager Franco Pulitano.
2022 schloss Microsphere eine Universalzielvereinbarung mit dem Bund ab. Für die technische Analyse und die Begleitung war act-Energiespezialist Siegfried Renner zuständig. Eine Woche lang studierte er gemeinsam mit Franco Pulitano die technischen Unterlagen und prüfte den Betrieb der Klima- und Lüftungstechnik vor Ort.
Dabei zeigte sich: Wie in vielen Pharmaunternehmen war auch bei Microsphere nicht immer im Detail analysiert worden, wie viel Energie die Anlagen tatsächlich benötigen und wie sich ihre Versorgung auf die einzelnen Prozesse abstimmen lässt.
Eine feinere, am tatsächlichen Bedarf ausgerichtete Steuerung senkt den Energieverbrauch und stabilisiert zentrale Parameter wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Viele dieser Sparpotenziale liessen sich bereits durch betriebliche und regeltechnische Anpassungen erschliessen.
Die grösste Investition betraf die beiden grossen Kühlaggregate auf dem Dach, die sogenannten Chiller. Obwohl erst vier Jahre alt, wurden ihre Steuereinheiten ersetzt. Seither spielen die einzelnen Komponenten besser zusammen, und die Pumpen laufen nicht mehr unnötig unter Volllast. «Heute passen sie ihre Leistung dem tatsächlichen Kühlbedarf an», erklärt Siegfried Renner.
Ein neuer Speicher mit 24’000 Litern Volumen sorgt zusätzlich für Stabilität im System und reduziert das häufige Ein- und Ausschalten der Chiller. Auch der Luftwechsel in den Reinräumen ausserhalb der Produktionszeiten konnte reduziert werden.
Siegfried Renner begleitet Microsphere auch beim laufenden Monitoring. Die Messdaten zeigen den Erfolg der Massnahmen deutlich: Zwischen 2022 und 2025 senkte das Unternehmen den Stromverbrauch um rund 35 Prozent. Der Heizölverbrauch und die CO2-Emissionen gingen um 51 Prozent zurück und haben sich damit mehr als halbiert. «Statt früher rund 32 Tanklastwagen Heizöl benötigt Microsphere heute noch knapp 16», sagt Siegfried Renner.
Gleichzeitig verbesserte Microsphere Qualität und Leistung der Anlagen. Die tieferen Energiekosten stärken das Unternehmen wirtschaftlich und schaffen Spielraum für weitere Verbesserungen im Werk.
«Die Idee des Technical & Energy-Teams war, den Wandel bei den Menschen anzustossen», sagt Franco Pulitano und bringt damit den erfolgbringenden Ansatz auf den Punkt. Entscheidend war, alle Mitarbeitenden einzubeziehen. Dadurch wurde ihnen bewusst, dass auch kleine Veränderungen im Alltag den Energieverbrauch senken und einen sorgfältigeren Umgang mit Ressourcen fördern.
Mit diesem Ansatz hat es Microsphere geschafft, Energieeffizienz fest in der Unternehmenskultur zu verankern. «Save the energy, save the future» ist zu einem Grundpfeiler der Unternehmensphilosophie geworden.
Energieoptimierung durch Automatisierung
- 140 MWh
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- 21 tCO2
Reduzierter Lüftungsbetrieb in Zeiten ohne Produktion
- 23 MWh
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- 2 tCO2
Sensibilisierung des Personals für den Einsatz von Wärmeenergie
- 42 MWh
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- 11 tCO2